Presserklärung

Meta-Analysen zur Wirksamkeit von Phytopharmaka bei BPH

Metaanalysen sind nach dem Stand der Wissenschaft aussagefähiger als einzelne Studien, wenn sie an randomisierten kontrollierten klinischen Prüfungen mit validen Endpunkten durchgeführt werden.

101 randomisierte und offene Studien wurden recherchiert und sorgfältig aufbereitet. Die gleichen Qualitäts- und Ein-/Ausschlußkriterien wurden an alle Studien angelegt. Objektive Endpunkte waren Restharn in ml, Peak Flow in ml/sec und das Prostatavolumen in ml, subjektive Endpunkte IPSS/Boyarsky-Index, Nykturie und Dysurie. Einbezogene Phytopharmaka waren Sabal, Urtika und ihre Kombinationen, ß-Sitosterin und Pygeum africanum.

Die Meta-Analysen von 21 randomisierten Studien im Vergleich zu Placebo zeigen bei Sabal (Sägezahnpalme), Urtika (Brennessel) und ihren Kombinationen, bei ß-Sitosterin und bei Einbeziehung aller Studien ohne Restriktion auf einen bestimmten Stoff, daß wesentliche Zielgrößen signifikant (p < 0.01) verbessert werden, nämlich Restharn, Peak Flow, Nykturie und der IPSS-Score. Damit ist nachgewiesen, daß Phytopharmaka bei BPH auf wichtige objektive und subjektive Endpunkte einen deutlichen positiven Effekt gegenüber Placebo haben.

Sensitivitätsanalysen der offenen Studien stützen die Ergebnisse der randomisierten Studien. Die Verbesserungen gehen bei den offenen Studien in die gleiche Richtung wie bei placebokontrollierten randomisierten Studien. Die relativen Verbesserungen sind groß und bei den offenen Studien größer als bei randomisierten Studien.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt, daß Phytopharmaka bei BPH einen breiteren Einsatz verdienen. Der Einsatz von BPH - Phytopharmaka deckt den therapeutischen Bedarf bei den meisten Patienten, ist in der Langzeittherapie gut verträglich und bietet ein günstiges Kosten-/Nutzenverhältnis.

Auch durch die in JAMA veröffentlichte Meta-Analyse von Wilt et. al. wurden bei BPH unter Sabal im Vergleich zu Placebo in randomisierten Studien Verbesserungen der urologischen Symptomatik, der Nykturie und des Peak Flow nachgewiesen. Im Vergleich zu Finasterid war Sabal gleichwertig. Die nunmehr vorgelegten Analysen bestätigen diese Befunde und erweitern sie deutlich.

Die von der Gesellschaft für Phytotherapie initiierten Untersuchungen wurden durchgeführt von Prof. Dr. med. K. Überla, Frau Brach und Herrn Siebert, MPH, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der LMU München.

Die Methodik und die Ergebnisse der neuen Meta-Analysen zu Phytopharmaka bei BPH werden im Verlauf des Jahres 1999 publiziert.

 


Bei Fragen, Problemen und Anregungen wenden Sie sich bitte an Herrn Prof. Dr. Reuter
Letzte Bearbeitung: 08. März 2003