Der im Gedenken an die Verdienste des Internisten Professor Dr. med. Rudolf Fritz Weiß
von der Fa. Bionorica, Neumarkt gestiftete Preis wurde von der Gesellschaft für
Phytotherapie im Jahr 2000 anläßlich des 3. International Congress on Phytomedicine im
Rahmen eines Empfangs der Bayerischen Staatsregierung in der Münchener Residenz
verliehen. "Beitrag zur pharmakologischen Charakterisierung von Zubereitungen aus Cimicifuga racemosa Nutt, Ranunculaceae". Die Arbeit befaßt sich mit Cimicifuga racemosa, der Traubensilberkerze, einer Arzneipflanze, die der traditionellen Medizin Nordamerikas entstammt und im europäischen Kulturkreis in der Therapie klimakterischer Beschwerden verwendet wird.Das wesentliche Verdienst dieser Arbeit und damit der Preisträgerin, ist die mit einem breiten Spektrum von in-vivo- und in-vitro-Untersuchungen erzielte Charakterisierung der pharmako- logischen Wirkungen von Cimicifuga und damit die Erarbeitung der naturwissenschaftlichen Rationale für den Einsatz von Zubereitungen dieser Arzneipflanze in der Humanmedizin unserer Zeit. Die Ergebnisse der Dissertation faßt die Autorin wie folgt zusammen: "In der vorliegenden Arbeit konnte erstmals eine Reduktion der hot flush-Inzidenz kastrierter Versuchstiere sowie eine antidepressive Aktivität nachgewiesen werden. Letztere könnte auf einer MAO-Hemmung beruhen, auf welche nach 21-tägiger Behandlung infolge eines verminderten Umsatzes von Serotonin zu HIAA und von Dopamin zu DOPAC und HVA geschlossen wurde. Ebenfalls wurden erstmalig zentrale D2-Rezeptor-vermittelte Wirkqualitäten der Cimicifuga-Extrakte in vivo und in vitro gezeigt, ein Effekt, der durch Triterpene vermittelt zu sein scheint. Eine estrogene Wirkung konnte in vitro durch die
Proliferationssteigerung von MCF-7 Zellen nachgewiesen werden. Verantwortlich hierfür
waren die phenolischen Inhaltsstoffe. Auf einen estrogenen Effekt dürfte auch die
Reduktion der LH-Sekretion von Hypophysenzellkulturen zuruckzuführen sein. In den
verwendeten in vivo Modellen konnte keine einheitliche estrogene Wirkung gezeigt
werden. Diese Befunde könnten durch eine Inaktivierung der estrogenen
Inhaltsstoffe nach oraler Applikation oder eine zu geringe Empfindlichkeit der
eingesetzten in vivo Modelle erklärt werden. Zum anderen könnte ein
selektives, eventuell zentral angreifendes Estrogen in den Extrakten vorliegen,
welches keinen Einfluß auf die klassischen Testparameter ausübt. Der Präsident übereicht der Preisträgerin die Urkunde
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