Eröffnungsrede des Präsidenten der Gesellschaft für Phytotherapie
Professor Dr. med. Dr.h.c.mult. Fritz H. Kemper
Einleitend verwies Professor Kemper auf §3 Absatz 2 der Satzung der Gesellschaft für Phytotherapie.

Danach ist Zweck des Vereins die Förderung der pharmakologischen und klinischen Forschung sowie die Erfassung ärztlichen Erfahrungswissens auf dem Gebiet der pflanzlichen Arzneimittel.

Die Gesellschaft für Phytotherapie:

  • unterstützt die Erarbeitung, Auswertung und Umseetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die therapeutische Anwendung pflanzlicher Arzneimittel in Klinik und Praxis,
  • setzt sich zum Ziel, die Öffentlichkeit über Nutzen und Grenzen der Anwendung pflanzlicher Arzneimittel in sachgemäßer Weise zu informieren,
  • unterstützt die Aus-, Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Phytotherapie,
  • informiert die Fachkreise über neue Forschugnsergebnisse und wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Gebiet der Heilkunde,
  • vertritt die Phytotherapie als Anwendung pflanzlicher Arzneimittel in der Öffentlich- keit und gibt Stellungnahmen zu phytotherapeutischen Fragestellungen und Problemen von öffentlichem Interesse ab,
  • vertritt die Phytotherapie bei Behörden und Entscheidungsträgern in gesundheitspoli- tischen Bereich,
  • fördert die internationale Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch, vor allem mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften.

Professor Kemper warnte davor, den umfassenden Begriff Phytopharmaka einzuengen oder gar durch neue Termini wie z.B. den der rationalen Phytopharmaka zu ersetzen.

In Hinblick auf die Situation in der Europäischen Union forderte Prof. Kemper, die arbeitsgruppe für Phytopharmaka (HWPWP) bei der europäischen Zulassungsbehörde EMEA aufzuwerten und dem Komitee für Arzneispezialitäten (CPMP) gleichzustellen.

Kemper betonte, daß Deutschland bezüglich der Zulassung von Phytopharmaka einen hohen Standard aufweist, der nicht im Zuge der Harmonisierung innerhalb der Europäischen Union geopfert werden dürfe. Vielmehr müsse dieser hohe Standard auf die gesamte EU ausgedehnt werden.