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Das
Mistelmotiv auf Postkarten - Von den ersten gedruckten Weihnachts- und Neujahrs-Glückwunschkarten Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bis heute ist das Mistelmotiv häufig und kontinuierlich auf den Kartenvertreten. Die Vielfalt der behandelten Themen (später auch gelegentlich auf Postkarten ohne speziellen Glückwunsch) spiegelt sowohl die botanisch-biologischen Eigenschaften der Mistel wider als auch die kulturgeschichtlichen Aspekte dieser Pflanze, die sich ihrerseits oft von deren Natur ableiten lassen. Grundlage für sehr viele Themen ist, dass die Mistel als immergrüne Pflanze Symbol für Überleben oder immerwährendes Leben ist, während ringsum in der Natur zur Winterzeit alles Leben erloschen scheint. Die Mistel steht für Glück, ob als ganzer Busch abgebildet oder als einzelner Zweig. Diese Bedeutung der Mistel als Glückszweig kommt in verschiedenen Darstellungsweisen auf den Karten zum Ausdruck und wird im Zusammenhang mit ihrem kulturgeschichtlichen Hintergrund deutlich. Für die Vervielfältigung des Glückwunsches ist der Zusammenhang mit anderen Glückszweigen und -symbolen bedeutsam. Auf den Karten werden fast alle Aktivitäten, alles Brauchtum illustriert, bei denen die Mistel im Festzyklus eine Rolle spielt: von der Ernte bis zum Schmücken des Hauses, vom Fest- schmaus bis zum Weihnachtsbesuch. Natürlich ist der "Kuss unter der Mistel" häufiges Motiv. Den "weltlichen Festabläufen" stehen die kirchlich-religiösen Aspekte gegenüber, auch wenn diese zahlenmäßig wesentlich geringer vertreten sind. Dazu gehört die Kreuzholzsymbolik der Mistel ebenso wie Einzelszenen der biblischen Weihnachtsgeschichte Die Mistel als Friedenssymbol, besonders auf Karten während der Kriegszeiten, ist ein weiteres interessantes Kapitel. Die dargestellten Ausschnitte veranschaulichen, wie weit das Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur reicht, das die Mistel-Karten abdecken.
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